Keine Wahl ohne Wahlprogramm!
Betriebe mit Betriebsrat zahlen im Schnitt besser, bieten sicherere Arbeitsplätze und machen es Beschäftigten einfacher, Leben und Arbeiten zu vereinbaren. Wir wollen alles tun, damit das so bleibt. Gehen Sie deshalb zur Wahl. Wir geben keine Versprechen ab, die wir später nicht einhalten können, sondern wollen Ihnen vorstellen, für was wir uns einsetzen.
Da wir uns schon im Vorfeld der Wahl einige Gedanken darüber gemacht haben, was wir wollen und wofür wir stehen, war für uns schnell klar, wie unser Wahlprogramm aussehen wird.
Wir sind für Euch da!
Wir positionieren uns ganz klar auf der Seite der Arbeitnehmer – bei Verhandlungen, Konflikten am Arbeitsplatz, persönlichen Schwierigkeiten.
Keine Klientelpolitik!
Unser Klientel sind ALLE Mitarbeiter.
Wir leben eine gepflegte Streitkultur
Wir setzen auf konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber zu GUNSTEN der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So verlangt es das Gesetz. Hält sich der Arbeitgeber nicht daran, wird zur Not auch der Rechtsweg konsequent bestritten. So verlangt es ebenfalls das Gesetz. Wir scheuen diesen Weg nicht, da wir eine gepflegte Streitkultur haben.
Konsequente und verbindliche
Förderung von Fahrgemeinschaften
Die krisenbedingte Preisexplosion an den Rohstoffmärkten erhöht die Lebens-haltungskosten drastisch.
Der Arbeitgeber ist angehalten, Mitarbeiter durch flankierende organisatorische Maßnahmen zu entlasten.
Gerechtigkeit und Gleichbehandlung
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Belegschaft geeint und nicht weiter gespalten wird. Das gesetzliche Regelungen zum Schutz der Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter:innen auch bei der FMG eingehalten werden.
Auch in finanzieller Hinsicht sollte keine Ungleichbehandlung durch unübersichtlichen Zulagen- und Prämienwust entstehen, wie beispielsweise in der Technik. Gerecht wäre 16 % Technikerzulage für ALLE oder alternativ die Anwendung des TVV in der Technik.
Auch bei der Jahressonderzahlung sollte es keine Unterschiede geben. 85 % Jahressonderzahlung für ALLE, also auch ALT-GH und AE.
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind für Unternehmen heute ein zentraler Wettbewerbsvorteil und ein wesentliches Instrument zur Fachkräftesicherung. Angesichts des demografischen Wandels und veränderter Erwartungen junger Generationen ist Familienorientierung längst kein freiwilliger Zusatznutzen mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Gerade in den operativen Bereichen der FMG bestehen hohe Ansprüche an die Flexibilität in den Arbeitszeitmodellen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, Lösungen zu finden.
Keine weiteren Betriebsabspaltungen
2010 wurde der GH-Bereich aus dem Mutterunternehmen FMG herausgelöst und in die Tochter AeroGround überführt und als gemeinsamer Betrieb weitergeführt. Nun wurde auch der gemeinsame Betrieb aufgelöst. Die sogenannte „Flughafenfamilie“ ist nun keine mehr!
Jede Verselbstständigung als Tochterunternehmen kann dabei mit dem Ziel erfolgen, das Tochterunternehmen später ganz oder teilweise zu veräußern.
Wir wollen verhindern, dass weitere Unternehmensteile ausgegliedert werden.
Wir würden uns wünschen, dass man aus den gemachten Fehlern lernt, und den umgekehrten Weg einschlägt und Insourcing statt Outsourcing betreibt, sprich ausgegliederte Betriebsteile und Leistungen zurück ins Unternehmen holt!
Arbeitsplatzsicherheit
Arbeitsplatzsicherheit bedeutet, dass Arbeitnehmende darauf vertrauen können, dass sie und ihre Stelle vor Entlassung oder Abbau sicher sind.
Längerfristig wird beispielsweise der zunehmende Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) viele Aufgaben automatisieren und Jobs verändern.
Viele Arbeitnehmende fürchten um ihren Arbeitsplatz oder blicken zumindest unsicher in die Zukunft.
Hier braucht es mittel- und langfristige Strategien.
Qualifizierungsoffensive
Die berufliche Weiterbildung der eigenen Belegschaft ist eine zentrale Investition, um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Passgenaue Ausbildung für die Tätigkeit in der Firma ermöglicht die Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben und sichert die langfristige Mitarbeiterbindung an das Unternehmen.
Beispielsweise liegt uns die Wiedereinführung der IHK-Prüfung für die Flugzeugabfertigung als Nachweis einer Facharbeiterqualifizierung sehr am Herzen.
Bezahlbarer Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum ist infolge sich überlagernder Krisen seit geraumer Zeit fast zum Erliegen gekommen. Die Suche nach einer freien und bezahlbaren Wohnung in vielen Regionen ist unheimlich schwer geworden. Der Mangel an Fachkräften und bezahlbaren Wohnraum gehören gegenwärtig zu den größten Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Umso wichtiger ist es für Arbeitgeber, sich um die wohnliche Versorgung ihrer Mitarbeiter zu bemühen und diese zu fördern.
Echte Förderung der Altersteilzeit
Ein wirtschaftlich so erfolgreiches Unternehmen, wie die FMG, die sich noch dazu den Markengrundsatz „Verbindung leben“ ans Revers geheftet hat, kann sich als sozialer Arbeitgeber Altersteilzeit ohne weiteres leisten.
Es muss auch nach Restart noch attraktive Altersteilzeitmodelle geben. Man muss das Rad nicht neu erfinden.
Der Autobauer BMW macht es uns vor, wie man zu einer akzeptablen Altersteilzeitvereinbarung kommt. 100% während der Arbeitsphase und 88% während der Freizeitphase. Der Renteneintritt erfolgt ohne Abschläge.
Integration ausländischer Arbeitnehmer
in das Unternehmen
Aus den unterschiedlichen Gründen ist es für einen internationalen Flughafen notwendig, nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland zu rekrutieren. Die Integration ausländischer Arbeitnehmer ist für einen Flughafen entscheidend, da sie nicht nur den Betrieb sichert, sondern auch direkt zur Servicequalität in einem internationalen Umfeld beiträgt.
Sowohl für den Start in die Arbeitswelt als auch für soziale und kulturelle Teilhabe ist es für unsere neuen Kollegen wichtig, nicht allein gelassen zu werden.
Wir setzen uns deshalb für die Schaffung eines Integrationsbeauftragten ein, der mit Rat und Tat zur Seite steht.
Steigerung Arbeitgeberattraktivität
Höhere Motivation, weniger Fehltage, geringere Fluktuation, die Zufriedenheit von Mitarbeitern im Unternehmen hat zahlreich positive Auswirkungen. Ein Flughafen ist eine komplexe 24/7-Operation, die auf eine Vielzahl spezialisierter Fachkräfte angewiesen ist – vom Bodenverkehrsdienst bis zum Management. Für ein internationales Unternehmen wie einen Flughafen ist die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität fundamental, um in einem hoch kompetitiven, globalen Umfeld funktionsfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter.
Zentrale Faktoren für die Attraktivität eines Flughafens sind:
- Überdurchschnittliche Vergütung & Sicherheit: Wettbewerbsfähige Entlohnung und sichere Arbeitsplätze in einer systemrelevanten Branche.
- Moderne Arbeitsmodelle: Flexibilität bei der Schichtgestaltung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
- Entwicklungschancen: Klare Aufstiegsmöglichkeiten und kontinuierliche Weiterbildung in einem dynamischen Umfeld.
Fremdvergaben einbremsen
Zu viele Fremdvergaben sind Gift für einen reibungslosen Betrieb. Dieser Trend läuft gegen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auf der einen Seite werden Arbeitsplätze abgebaut, auf der anderen Seite immer mehr Leistungen extern eingekauft.
Die Wirtschaft braucht kein günstiges „Humankapital“, sondern mündige, motivierte, selbstbewusste und zufriedene Menschen, deren Leistung fair belohnt wird. Hier und da mag der Einkauf von externem Spezialwissen durchaus Sinn machen, nimmt es aber überhand, müssen wir einen grundlegenden Wechsel der Unternehmensstrategie befürchten.
Permanente Reorganisation – Schluss damit!
Permanente Re-Organisationen in Unternehmen führen bei der Belegschaft häufig zu einer hohen psychischen und physischen Belastung. Wenn der Wandel zum Dauerzustand wird, leidet vor allem das Vertrauen in die Führung und die eigene Arbeitsplatzsicherheit.
Erfolgreiches Change-Management mildert die negativen Folgen ab, indem es die Belegschaft durch radikale Transparenz informiert und durch aktive Mitgestaltung vom bloßen Betroffenen zum Beteiligten macht. So wird Vertrauen zurückgewonnen und die psychische Belastung durch klare Perspektiven und empathische Führung reduziert.
Für Innovationen und mehr Mitarbeiterbeteiligung
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die besten Experten im Betriebsalltag ihres Fachbereichs, ihre Standpunkte und Interessen sollten in der Betriebspolitik immer Berücksichtigung finden. Nur durch neue Ideen und eine starke Mitarbeiterbeteiligung können wir erfolgreich sein. Damit eine effiziente Teilhabe möglichst vieler Mitarbeiter gelingt, wird es notwendig sein, neue Formen der Beteiligung zu wagen und auszuprobieren.
Die Unternehmenskultur soll geprägt sein von flacheren Hierarchien mit dialogischer Führung und großen Entscheidungsspielräumen der Mitarbeiter:innen. Dem Arbeitsklima sollte ein größerer Stellenwert als dem Profit eingeräumt werden, denn nur eine Belegschaft, die stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden ist, kann zu Veränderungs- und Innovationsbereitschaft motiviert werden.
Förderung von Sport- und Gesundheitsangeboten
Eine gesunde Work-Life-Balance stärkt uns alle. Wir unterstützen die permanente Ausweitung des Gesundheitsmanagements in der FMG.
Keine Extrawürste beim Auswahlverfahren und Stellenbesetzungsprozess
Sehr viele Vertreter auf Arbeitgeber- und Betriebsratsseite sind äußerst bemüht und engagiert, Transparenz und Gerechtigkeit beim Auswahlverfahren und Stellenbesetzungsprozess herzustellen. Und trotzdem scheint es immer wieder mal „Ausnahmen“ zu geben, bei denen die Prozesse nicht eingehalten werden.
Transparenz über Leistungskürzungen herstellen
Rückblickend auf die letzten 25 Jahre, musste die Belegschaft kontinuierlich miterleben, wie es quasi „scheibchenweise“ immer wieder mal zu Kürzungen von sozialen, betrieblichen und tariflichen Leistungen kam.
Vieles davon ist vielleicht in Vergessenheit geraten, doch werden sich viele Kollegen noch an die Treueprämie, die München Zulage (Ballungsraumzulage), Betriebsausflug, Bier u. Hendlzeichen für Oktoberfest, Faschingsdiensttag, Betriebsdarlehen bis hin zur Bruttolohnkürzung, erinnern können. Im Laufe der Jahre ist bei diesen „schleichenden Gehaltskürzungen“ einiges zusammengekommen.
Übernommene Azubis sollen normalen Bewerbern gleichgestellt sein
Unsere Azubis haben sich über Jahre wertvolles Wissen und Kompetenz angeeignet. Sie sind im Betriebsalltag integriert, kennen Prozesse und Abläufe und haben somit beispielsweise Vorteile gegenüber jedem externen Bewerber.
Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum sie nach der Übernahme eine niedrigere Eingruppierung erhalten, als die Stellenausschreibung vorsieht. Dieser Missstand muss endlich aus der Welt geschafft werden.
Respekt und Selbstkritik
Ein Betriebsrat muss bereit sein, selbstkritisch das eigene Verhalten zu überdenken und auch in der Lage sein, eigene Fehler offen zuzugeben, um in Zukunft etwas daran zu ändern.
Wir akzeptieren die Meinung anderer, ohne diese von Anfang an entschieden abzulehnen oder schlecht zu reden. Denn je offener wir die Perspektive eines Menschen betrachten, desto besser können wir uns darauf einlassen und diese auch wirklich verstehen.



