Betriebsratsarbeit in Zeiten der Krise

Zahlen retten das Quartal, Kultur rettet das Unternehmen

Der Luftverkehr ist bedingt durch den Irankrieg in der Krise. Wegen der hohen Kerosinpreise hat die Airline Lufthansa außerdem das Aus ihrer Tochter Cityline vorgezogen. Das trifft insbesondere auch uns. Schwere Entscheidungen sind zu treffen.

Wir als Betriebsrat müssen alles tun, um die Beschäftigen dabei zu schützen. In Krisenzeiten fungiert die Unternehmenskultur als das soziale Immunsystem einer Organisation.

Eine starke Kultur ist kein Luxus für gute Zeiten, sondern die Basis, damit ein Unternehmen die Krise nicht nur überlebt, sondern gestärkt aus ihr hervorgeht.

Der Betriebsrat (BR) agiert in der Krise als Schutzschild, Sprachrohr und Gestalter. Er stellt sicher, dass notwendige wirtschaftliche Maßnahmen nicht auf Kosten der menschlichen Werte gehen und die Kultur als stabilisierendes Element erhalten bleibt.

Wie wir als Betriebsrat diesen Prozess unterstützen wollen:

1. Vertrauen durch Transparenz schaffen

Der Betriebsrat fungiert als Vermittler zwischen Geschäftsführung und Belegschaft. Er kann:

Informationsfluss sichern:
Darauf bestehen, frühzeitig und umfassend über die wirtschaftliche Lage und geplante Maßnahmen informiert zu werden, um Gerüchten vorzubeugen.

Ängste abbauen:
In Krisenkommunikation investieren, z. B. durch regelmäßige Sprechstunden oder (digitale) Betriebsversammlungen, um Fragen der Mitarbeiter direkt zu beantworten.

2. Mitbestimmung für faire Rahmenbedingungen nutzen

Durch seine gesetzlichen Rechte kann der BR sicherstellen, dass die Lasten einer Krise fair verteilt werden:

Betriebsvereinbarungen (BV):
Abschluss von Vereinbarungen, beispielsweise zu Kurzarbeit, mobilem Arbeiten oder Gesundheitsschutz, die den Mitarbeitern Sicherheit geben.

Soziale Kriterien:
Bei personellen Maßnahmen auf die Einhaltung sozialer Standards achten, um das Gerechtigkeitsgefühl im Unternehmen zu wahren.

3. Psychologische Sicherheit und Gesundheit fördern

Die emotionale Belastung in Krisen ist hoch. Der Betriebsrat kann hier aktiv gegensteuern:

Gefährdungsbeurteilung:
Eine psychische Gefährdungsbeurteilung einfordern, um Stressfaktoren frühzeitig zu identifizieren.

Anlaufstelle sein:
Als vertrauensvoller Ansprechpartner für Sorgen und Nöte dienen, was das Gefühl der Zugehörigkeit stärkt.

4. Impulsgeber für die Führungskultur

Der BR kann aktiv eine wertschätzende Führung einfordern:

Dialog mit dem Management: In Verhandlungen darauf drängen, dass Führungskräfte auch in Stressphasen empathisch agieren und den „Faktor Mensch“ nicht ignorieren.

Konstruktive Streitkultur:
Selbst als Vorbild für eine sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber agieren.

Fazit:
Wir als Betriebsrat wollen dafür sorgen, dass aus einem reinen „Krisenmanagement der Zahlen“ ein „Krisenmanagement mit Werten“ wird. Wir wollen verhindern, dass die Mannschaft auf dem Weg durch den Sturm verloren geht.

#Unternehmenskultur #Betriebsrat